Malaria – eine vergessene Krankheit?
Malaria – eine vergessene Krankheit?Malaria (oder Sumpffieber) ist eine fieberhafte Tropenkrankheit, die durch einzellige Parasiten (Plasmodien) verursacht und durch den Stich der weiblichen Anophelesmücke übertragen wird. Die Plasmodien gelangen beim Stich der Mücke in die Blutbahn des Menschen, vermehren sich dort und dringen in die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ein, in denen sie sich weiter vermehren. Es gibt mehrere Arten von Erregern mit verschiedener Entwicklungsdauer. Die „bösartige“ Malaria tropica hat eine Inkubationszeit von ca. 7–12 Tagen. Sie kann rasch zu lebensbedrohlichen Zuständen mit Koma, Nierenversagen und Schock führen. Soweit die Fakten.
Wenn wir heute etwas über Malaria hören, sehen oder lesen, dann assoziieren wir diese Krankheit vielfach mit den Geschichten von Reisenden und Abenteurern aus längst vergangenen Tagen. Dass diese Krankheit auch heute noch eine der größten Bedrohungen der Menschheit ist, wird uns nur selten bewusst. Das liegt sicherlich daran, dass die Krankheit in unseren Breiten praktisch ausgerottet ist (siehe Gefährdungskarte der Weltgesundheitsorganisation, WHO), hängt aber auch damit zusammen, dass Reisende aus unseren Breiten, die sich heute in gefährdete Gebiete begeben, sich meist sorgfältige Prophylaxe angedeihen lassen. Doch der schöne Schein trügt. In knapp hundert Staaten ist die Infektionskrankheit jedoch nach wie vor heimisch. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation leben ca. 40 % der Weltpopulation, d.h. rund 2400 Millionen Menschen unter der ständigen gesundheitlichen Bedrohung einer Malaria. Wie aus der WHO-Karte ersichtlich ist, haben die afrikanischen Staaten südlich der Sahara die Hauptlast dieser Infektionskrankheit (rund 90 % aller Malariafälle) zu tragen. Weltweit tritt die Krankheit in etwa 100 Ländern und Landregionen auf, darunter in 45 Ländern Afrikas, 21 Malariaregionen, Mittel- und Südamerikas, 4 europäischen Regionen, 14 östliche, mediterranen Regionen, 8 Regionen Südostasiens und in 9 westlichen pazifischen Regionen (siehe WHO-Karte). Vielleicht können die Forschungen von Professor Seeberger und seinen Mitarbeitern, der für labor&more über seine Untersuchungen zur Synthese von Designerzuckern berichtet, hier eine wichtige Lücke schließen. Zur Ausrottung der Malaria sind vor allem Geld, politischer Wille, Forschung und Entwicklung sowie ein Impfstoff nötig. Viele Malarialänder haben jedoch schwache Gesundheitssysteme, eine politisch instabile Lage und starke Bevölkerungswanderungen innerhalb und außerhalb der Ländergrenzen. Daher ist es für sie besonders schwierig, die Ausrottung der Krankheit in Angriff zu nehmen. Die Weltgemeinschaft ist aufgerufen, hier etwas zu tun. Prof. Dr. Jürgen Brickmann |
L&M 6 / 2010![]() Das komplette Heft zum kostenlosen Download finden Sie hier: zum Download Der Autor:Weitere Artikel online lesenNewsSchnell und einfach die passende Trennsäule findenMit dem HPLC-Säulenkonfigurator unter www.analytics-shop.com können Sie stets die passende Säule für jedes Trennproblem finden. Dank innovativer Filtermöglichkeiten können Sie in Sekundenschnelle nach gewünschtem Durchmesser, Länge, Porengröße, Säulenbezeichnung u.v.m. selektieren. So erhalten Sie aus über 70.000 verschiedenen HPLC-Säulen das passende Ergebnis für Ihre Anwendung und können zwischen allen gängigen Herstellern wie Agilent, Waters, ThermoScientific, Merck, Sigma-Aldrich, Chiral, Macherey-Nagel u.v.a. wählen. Ergänzend stehen Ihnen die HPLC-Experten von Altmann Analytik beratend zur Seite – testen Sie jetzt den kostenlosen HPLC-Säulenkonfigurator!© Text und Bild: Altmann Analytik ZEISS stellt neue Stereomikroskope vorAufnahme, Dokumentation und Teilen von Ergebnissen mit ZEISS Stemi 305 und ZEISS Stemi 508ZEISS stellt zwei neue kompakte Greenough-Stereomikroskope für Ausbildung, Laborroutine und industrielle Inspektion vor: ZEISS Stemi 305 und ZEISS Stemi 508. Anwender sehen ihre Proben farbig, dreidimensional, kontrastreich sowie frei von Verzerrungen oder Farbsäumen. © Text und Bild: Carl Zeiss Microscopy GmbH |