&more
![]() Licht?– Leben und FortschrittDas Licht der Sonne und seine Wärme ist Quelle des Lebens für Mensch, Tier und Pflanze. Überdies ist diese besondere Form der elektromagnetischen Strahlung von außerordentlicher Bedeutung für Wissenschaft und Kultur. Triftige Gründe für die Vereinten Nationen, das Jahr 2015 zum Internationalen Jahr des Lichts und der lichtbasierten Technologien auszurufen. Lebenselixier und Technikmotor Für die gesamte menschliche Zivilisation kommt wohl keinem anderen Naturphänomen eine vergleichbar prägende Rolle zu wie dem Licht. Schon seit Urzeiten gibt das Leuchten der Sterne dem Menschen Orientierung. Zugleich weckt es Neugier. Heute sagt uns das Licht ferner Galaxien viel über das Wesen und Entstehen des Kosmos. Künstliches Licht beschleunigt den Fortschritt und erleichtert Bildung: Es ermöglicht das Lesen, Lernen oder Arbeiten auch im Dunkel der Nacht und ist Ausdruck von Lebensqualität. Licht ist daher Lebenselixier und Technikmotor zugleich. Unter dem Begriff Photonik hat sich mittlerweile ein eigenständiger Technologiezweig etabliert. Er wirkt in nahezu alle Wissenschaftsdisziplinen hinein: von der Informationsverarbeitung über die Lebenswissenschaften bis zur Energietechnik. So verdanken nahezu alle Energieträger der Erde ihren Energieinhalt dem Licht der Sonne: die Biomasse, die daraus entstandene Kohle, das Öl, Gas, aber auch Wind und Solartechnik, die immer günstiger Strom erzeugen. Die Glasfasertechnik beschleunigt die moderne Kommunikation, Mikroskope oder bildgebende Verfahren führen zu erfolgversprechenderen medizinischen Behandlungsmöglichkeiten, hochgenaue optische Instrumente vermessen unsere Welt immer detaillierter und in Fabrikhallen schneidet das gebündelte Licht von Lasern dickste Metalle oder schweißt sie zusammen. Allein der Laser hat zahlreiche Technologien in der Produktion und Informationstechnik etabliert. Und ohne die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit gäbe es keine Relativitätstheorie und damit auch keine Navigationsgeräte. Denn das Global Positioning System (GPS) wäre sonst zu ungenau und wäre nie errichtet worden.
Abb.1 Mit modernen Teilchenbeschleunigern – Röntgenlaser genannt – erzeugen Physikerinnen und Physiker ein überaus brillantes Licht. Damit lassen sich beispielsweise Moleküle oder Zellen untersuchen oder gar filmen, wie sie sich mit der Zeit verändern. Bild: DESY
Nobelpreise 2014 für Licht- und Mikroskoptechnik Wie wichtig Lichttechniken für die Naturwissenschaften sind, zeigt der jüngst vergebene Nobelpreis für Physik an die Japaner Isamu Akasaki, Hiroshi Amano und Shuji Nakamura. Sie entwickelten blaue Leuchtdioden (LEDs), mit denen man in Kombination mit roten und grünen erstmalig weißes Licht in dieser energiesparenden Technik erzeugen konnte. Diese energieeffizienten Leuchtdioden – oder künftig wohl deren organisches Pendant, die OLEDs – erhellen zunehmend Wohnungen oder Gebäude. Zusammen mit erneuerbaren Energien helfen sie, den Klimawandel zu bremsen. Bestes Beispiel, wie wissenschaftsübergreifend optische Technologien sind, ist ebenso die jüngste Vergabe des Chemienobelpreises an den Physiker Stefan Hell vom Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen. Er entwickelte eine Technik, mit der sich Mikroskope herstellen lassen, die eine bislang ungekannte Detailschärfe erlauben. Haupteinsatzfeld dieses sogenannten STED-Mikroskops (STED steht für Stimulated Emission Depletion) ist die Biologie und Medizin.
Abb.2 Lichtphänomene in Jena – die Show mit Ralph Caspers. „Laserman“ präsentiert seine fantastische Lichtshow. Bild: Fraunhofer IOF, Reinhold Pabst
Elementar für die Gesundheit Licht ist ebenso elementar für die Gesundheit von Menschen und Tier. Es ist beispielsweise wichtig, damit unser Körper Vitamin D herstellen kann. Und bei Neugeborenen verhindert eine spezielle Lichttherapie mit kurzwelligem Licht die Gefahr von Gelbsucht. Entwickelt doch über die Hälfte aller Neugeborenen in den ersten Lebenstagen eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Gelbsucht, was ohne diese Lichttherapie für einige von ihnen lebensgefährlich sein kann. Für einen Dialog der Wissenschaften Licht beeinflusst also tief greifend alle Gebiete des Lebens und der Wissenschaft. Es stellt uns Techniken zu Verfügung, die unser Leben erleichtern und Menschen zusammenführt. In einzigartiger Weise eignet es sich für einen Dialog zwischen Natur-, Geistes- und Kulturwissenschaften sowie zwischen Kunst oder Religionen. Ein Glanzstück der Völkerverständigung ist beispielsweise das „Centre for Synchrotron Light and Experimental Sciences and Applications in the Middle East“, SESAME, in Jordanien. An dieser modernen Quelle für Synchrotronlicht, die aus Teilen des ehemaligen Berliner Speicherrings BESSY zusammengebaut ist, arbeiten junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Ländern wie dem Iran, Israel oder Palästina friedlich zusammen. Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) unterstützt dieses Projekt jährlich mit Reisestipendien. Diese zentrale Rolle des Lichts für Wissenschaft und Gesellschaft ist mehr als Grund genug, um dem Licht ein Jahr zu widmen und den vielfältigen Akteuren und Aktivitäten in Deutschland die verdiente gesellschaftliche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Kein anderes Phänomen verdeutlicht den Nutzen und Wert von Forschung und neuen Technologien wohl so gut wie das Licht. Beispielsweise ist der Weg von der Forschung zur Anwendung bei den optischen Technologien oft extrem kurz.
Daher hat die DPG die Initiative der UNESCO für das Internationale Jahr des Lichts aufgegriffen und koordiniert federführend die Aktivitäten in Deutschland in Zusammenarbeit mit der Deutschen UNESCO-Kommission. Dazu richtete die DPG unter anderem die Internetplattform www.jahr-d Mit dem Internationalen Jahr des Lichts möchte die DPG zugleich möglichst viele Menschen für Naturwissenschaften und Technik begeistern und darüber hinaus für mehr Akzeptanz für innovative Techniken werben. Darum stellt die DPG auch ihr jährliches, einwöchiges Wissenschaftsfestival mit dem bezeichnenden Namen „Highlights der Physik“, das die DPG gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung ausrichtet, unter das Motto „Lichtspiele“. Vom 22. bis 26. September erstrahlt die thüringische Universitätsstadt Jena, die durch namhafte Unternehmen und Forschungseinrichtungen gleichzeitig ein Zentrum der optischen Forschung und Technologie ist, im Glanz von Ausstellungen und Shows. Unser Augenmerk gilt dort wie auch sonst vornehmlich den Kindern und jungen Leuten. Darüber hinaus wollen wir insbesondere die Lehrerinnen oder Lehrer animieren, möglichst frühzeitig nach jungen Talenten Ausschau zu halten und sie zu motivieren, sich mit technischen Fragen zu beschäftigen, damit sie später möglichst ein naturwissenschaftlich-technisches Studium anpeilen. Möge das Jahr 2015 in diesem Sinne erstrahlen. Bild: © istockphoto.com| prasit chansarekorn |
L&M 2 / 2015![]() Das komplette Heft zum kostenlosen Download finden Sie hier: zum Download Der Autor:NewsSchnell und einfach die passende Trennsäule findenMit dem HPLC-Säulenkonfigurator unter www.analytics-shop.com können Sie stets die passende Säule für jedes Trennproblem finden. Dank innovativer Filtermöglichkeiten können Sie in Sekundenschnelle nach gewünschtem Durchmesser, Länge, Porengröße, Säulenbezeichnung u.v.m. selektieren. So erhalten Sie aus über 70.000 verschiedenen HPLC-Säulen das passende Ergebnis für Ihre Anwendung und können zwischen allen gängigen Herstellern wie Agilent, Waters, ThermoScientific, Merck, Sigma-Aldrich, Chiral, Macherey-Nagel u.v.a. wählen. Ergänzend stehen Ihnen die HPLC-Experten von Altmann Analytik beratend zur Seite – testen Sie jetzt den kostenlosen HPLC-Säulenkonfigurator!© Text und Bild: Altmann Analytik ZEISS stellt neue Stereomikroskope vorAufnahme, Dokumentation und Teilen von Ergebnissen mit ZEISS Stemi 305 und ZEISS Stemi 508ZEISS stellt zwei neue kompakte Greenough-Stereomikroskope für Ausbildung, Laborroutine und industrielle Inspektion vor: ZEISS Stemi 305 und ZEISS Stemi 508. Anwender sehen ihre Proben farbig, dreidimensional, kontrastreich sowie frei von Verzerrungen oder Farbsäumen. © Text und Bild: Carl Zeiss Microscopy GmbH |